Schwarzweiss selbst entwickeln

Als ich vor einigen Monaten die analoge Fotografie wieder entdeckt habe, hat sich direkt zu Anfang die Frage gestellt wer entwickelt, wie wird entwickelt? 

Es gibt noch vereinzelt Fotohändler die noch Schwarz-Weiß Filme Entwickeln, seltener noch Farbfilme entwickeln.
Leider summieren sich hier die Kosten relativ schnell.  
Die Preise variieren natürlich von Anbieter zu Anbieter, belaufen sich aber schnell auf weitere 5-10 € pro Film.

 

Nach kurzer Recherche (Google, Youtube, …) stellte sich schnell heraus, dass die Entwicklung von SW Filmen daheim auch leicht möglich ist.
Schwarz-Weiß Entwicklung ist nicht allzu temperaturabhängig, die Chemikalien sind gut lagerbar und erstaunlich günstig.

Ich habe mir einen kleinen Platz in der Waschküche eingerichtet. Dort befinden sich die Chemikalien, der Entwickler und der Fixierer.

Zum Entwickeln selbst verwende ich einen Paterson Super System 4 Tank mit 2 Spulen.

Paterson Tank

Die Filme werden in einem Wechselsack auf die Plastikspulen aufgewickelt und in den Tank gelegt.

In diesen Tank werden die Chemikalien der Reihenfolge nach eingefügt.

Ilford hat dazu ein kurzes sehr gutes Video erstellt.

Je nach Temperatur und verwendetem Schwarz-Weiß Film werden andere Entwicklungszeiten benötigt.
 Dazu gibt es eine Homepage auf der so gut wie alle Film und Entwickler Kombinationen aufgeführt sind.

https://www.digitaltruth.com/devchart.php

Dort wird auch eine Handyapp angeboten für die ich mich entschieden habe.

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Diese App unterstützt bei der benötigten Zeit und erinnert auch akustisch an den Zeitpunkt zu dem der Paterson Tank wieder gedreht werden soll.

Nach Fixierung und endgültiger Spülung wird der Film zum Trocknen aufgehängt und kann am Folgetag eingescannt werden.

Entwickelter Film

 



BTS: Engelstrompeten und C41 Entwicklung

C-41 ist ein standardisierter Prozess in der chemischen (analogen) Fotografie zur chromogenen Entwicklung von Negativfilmen. (Quelle: Wikipedia)

Im Unterschied zur Schwarzweiß-Entwicklung müssen die Chemikalien auf 38,5 °C erwärmt werden, bevor sie verwendet werden können/sollen. Dafür ist es möglich die Chemikalien mehrfach zu verwenden.

Um ein gleichbleibendes Ergebnis beim Erwärmen zu erzielen, habe ich mich für einen Sous Vide Heizstab entschieden. 

Topf.jpg

Dieser Heizstab ermöglicht es die Chemikalien aufs Grad genau zu erwärmen und auch die Temperatur zu halten.

Negativ.jpg

Die Negative sehen gut aus, die Entwicklungszeiten sind mit der App die ich verwende auch leicht einzuhalten.

Eines der Ergebnisbilder.

 Kamera: Mamiya RB 76 Objektiv: 127 3.8 Film: Portra 400

Kamera: Mamiya RB 76
Objektiv: 127 3.8
Film: Portra 400

BTS: Blütenfoto

Zuerst das fertige Bild:

Blüten

Dieses Bild entstand auf der Terrasse mit Hilfe eines Reflektors. (wobei nur die "Softbox" verwendet wurde um das Licht etwas abzuschwächen)

Kamera: Mamiya RB 76
Objektiv: 127 3.8
Zwischenring Nr2

BTS Blütenfoto

Sprocketshots

Im Internet entdeckt man die lustigsten Dinge.

Auf einer Seite mit Anleitungen und Pläne für 3D Drucker bin ich über einen Adapter von 35mm auf 120 mm gestossen. Dieser Adapter ermöglicht das Fotografieren von 35mm Filmen in Filmmagazinen für zB die Mamiya RB 67.

Nach etwas weiterem Stöbern bin ich auf eine weitere Anleitung gestoßen wie man sich diesen aus einer leeren Filmspule selbst basteln kann.

Da ich genug rumliegen habe, habe ich das gleich mal ausprobiert.

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Eingespannt wurde ein Schwarz-Weiß film. Mit einem 35mm Film entstehen in etwa 12-13 solcher Sprocketshots.

Den FIlm kann ich daheim selbst entwickeln.

Erste Vorschau zum fertigen Bild:

Bild3.jpg

Gescannt auf eine Epson Precision mit Durchlichteinheit.